Der Stil von Varesi  

Andreas Varesi arbeitet seit über 20 Jahren als Maler und Bildhauer. Seine ursprünglichen Interessen lagen in der klassischen Kunst. Parallel zu seinem Ingenieurstudium erlernte er bei Professor Brix die Techniken und Formensprache der Gotik und Renaissance. In seinen frühen Arbeiten, wie der Kopie des Dürer Selbstbildnisses im Pelzrock, brachte Varesi seine Begeisterung für die alten Meister zum Ausdruck. Auch in seinen Skulpturen greift Varesi zahlreiche mittelalterliche Formelemente auf, wie beispielsweise in seinem gotischen Schachspiel. Besonders wichtig ist es ihm dabei die Ausdrucksfülle des menschlichen Mienenspiels einzufangen.

Seine künstlerische Partnerin Orangère erschloss ihm darüber hinaus den Zugang zur Moderne. Seitdem bemüht sich Varesi in seinem Schaffen um den Brückenschlag zwischen klassischer Kunst und Moderne sowie zwischen Malerei und Bildhauerei. So verbindet er in seinen neuesten Arbeiten abstrakte Formen und Strukturen gemeinsam mit organischen und menschlichen Elementen. Das Ergebnis ist eine eigenständige Kunstrichtung die handwerkliche Fertigkeiten mit zeitgenössischer Ausdrucksform paart. Und auch die Kombination zwischen Skulptur und Malerei ist ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit. In seinen früheren Gemälden brachte Varesi dies dadurch zum Ausdruck, indem er oft Säulen und Skulpturen als zentrale Bildelemente wählte. Seine neueren Bilder erobern nun direkt die dritte Dimension. Strukturen greifen in den Raum und vermitteln ein plastisches Erlebnis, die Grenze zwischen Bild und Figur verschwindet. Das Ziel von Varesi ist es, mit dem Betrachter über eine vertraute und ästhetische Formensprache in einen konstruktiven Dialog zu treten.

München, den 23. Mai 2004